
Santo Domingo. Die Zentralbank der Dominikanischen Republik (BCRD) hat mögliche Schwachstellen oder bedeutende Risiken für die Stabilität des Finanzsystems ausgeschlossen. Trotz der anhaltenden internationalen Unsicherheiten verfüge der dominikanische Finanzsektor über eine hohe Widerstandskraft, solide Kapitalausstattung und eine stabile Ertragslage.
Wie aus dem aktuellen Bericht zur Finanzstabilität hervorgeht, zeigen die durchgeführten Stresstests, dass Banken und andere Finanzinstitute ausreichend kapitalisiert sind, um auch unter ungünstigen makroökonomischen Szenarien mögliche Verluste aufzufangen.
Die Gesamtaktiva des Finanzsystems beliefen sich im September auf mehr als 4,59 Billionen Pesos, was einem Anstieg von 10,7 Prozentgegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit erreicht der Sektor ein Volumen von 53,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).
Kundeneinlagen steigen auf 3,60 Billionen Pesos
Die Kreditvergabe legte um 8,3 Prozent zu. Wachstumstreiber waren insbesondere Konsumentenkredite, Handelsfinanzierungen sowie Hypothekendarlehen für den Wohnungsbau.
Noch stärker entwickelten sich die Kundeneinlagen. Diese stiegen binnen Jahresfrist um 12,6 Prozent auf über 3,60 Billionen Pesos, was 42,3 Prozent des BIP entspricht.
Das Eigenkapital der Finanzinstitute erhöhte sich gleichzeitig um 12,5 Prozent auf 567,2 Milliarden Pesos.
Die Rentabilität der Vermögenswerte (ROA) lag bei 3,0 Prozent, während die Eigenkapitalrendite (ROE) 23,1 Prozent erreichte. Der Solvenzgrad des Finanzsystems belief sich auf komfortable 18,9 Prozent.
Positiv entwickelte sich auch die Qualität der Kreditportfolios. Die Quote notleidender Kredite sank von 1,9 Prozent Ende 2025 auf rund 1,5 Prozent im September 2026. Die Zentralbank führt dies auf die verbesserte Zahlungsfähigkeit von Haushalten und Unternehmen zurück.
Auch Nichtbanken zeigen starke Entwicklung
Neben den klassischen Banken verzeichneten laut Bericht auch nicht einlagenfinanzierte Finanzinstitute eine stabile Entwicklung. Dazu zählen Wertpapierhändler, Investmentfonds- und Pensionsfondsverwalter, Versicherungen sowie Treuhandgesellschaften. Die Zentralbank konnte in diesen Bereichen keine relevanten Risiken erkennen.
Neue Regulierungen stärken den Sektor
Seit Januar 2026 gilt in der Dominikanischen Republik die marktorientierte Bewertung von Finanzinstrumenten nach dem sogenannten Mark-to-Market-Prinzip. Gleichzeitig wurden die Obergrenzen für Fremdwährungskredite an Unternehmen ohne Deviseneinnahmen sowie für offene Fremdwährungspositionen neu geregelt.
Darüber hinaus wurde das gesetzlich vorgeschriebene Mindestkapital für Wechselstuben und Devisenintermediäre an die Inflation angepasst. Die Einlagensicherung über den Kontingenzfonds wurde auf 2.355.000 Pesos pro Einleger erhöht.
Zentralbank setzt auf Wachsamkeit
Die Zentralbank kündigte an, die Entwicklung des Finanzsystems weiterhin eng zu überwachen und bei Bedarf geld- oder aufsichtsrechtliche Maßnahmen zu ergreifen. Ziel sei es, die Stabilität des Finanzsektors zu sichern und das Wirtschaftswachstum der Dominikanischen Republik auch in den kommenden Monaten zu unterstützen. (DomRepTotal)
