
Santo Domingo.- Jeder Reisende, der die Dominikanische Republik zum ersten Mal besucht oder wiederkehrt, erzeugt einen wirtschaftlichen Effekt, der Arbeitsplätze und Umsätze vervielfacht – über die Steuereinnahmen und Devisen hinaus, die sein Aufenthalt ebenfalls mit sich bringt.
„Heute können wir sagen, dass wir Unternehmer sind, dass wir zu Selbstständigen geworden sind“, erklärte Yanira Eusebio, eine Händlerin, die Getränke an Urlauber am Strand von Guayacanes verkauft. Sie erhielt nicht nur einen renovierten Verkaufsstand nach einer Intervention des Tourismusministeriums (Mitur), sondern auch eine Schulung, wie man Touristen besser bedient – etwas, das ihr „das Leben verändert“ habe.
Bis Juli 2026 hingen in der Dominikanischen Republik rund 605.000 Menschen direkt von der touristischen Aktivität ab, so die Schätzungen des Mitur.
Allein die Hotels stellten über 183.000 direkte Arbeitsplätze, wobei die Küche mit 42.460 Stellen den größten Bereich darstellte.
Für Eusebio bedeutete die Ausbildung und die Modernisierung ihres Verkaufsstandes höhere Einnahmen und die Möglichkeit, die Schulbildung ihrer jüngsten Tochter zu sichern.
Tourismusminister David Collado hob hervor, welchen Mehrwert der Tourismus für das Land schafft. Allein im Juli betrug die Hotel-Gehaltsliste 4,770 Millionen Pesos.
„Hinter jedem belegten Zimmer stehen zwei Menschen, die arbeiten“, betonte er.
Neben den Küchenjobs entstanden auch zahlreiche Stellen für Kellner, Hilfskräfte und Stewards (26.500 Arbeitsplätze), für Wartungspersonal wie Elektriker, Klempner und Tischler (12.500), für Reinigung (11.415), Spa und Schönheit (7.935) sowie Sicherheit (5.673).
Auch Selbstständige profitieren: Händler, Guides und Dienstleister, die seit Jahrzehnten Touristen mit ihren Angeboten anziehen. Ángel Morfa, Präsident der Guías Coloniales de Santo Domingo, berichtete, dass er heute mehr Touren organisieren müsse, als er allein bewältigen könne – dank gestiegener Nachfrage und besserer Sicherheit in der Zona Colonial.
Käufe bei Zulieferern
Neben den direkten Arbeitsplätzen profitieren auch die Zulieferer der Hotels und Restaurants. Allein im Juli beliefen sich die Einkäufe auf 11,590 Millionen Pesos – über 374 Millionen Pesos täglich.
Vize-Tourismusministerin Jacqueline Mora erinnerte daran, dass auch die Landwirtschaft stark eingebunden sei:
„Die Erde, die den Tourismus ernährt, liegt weit weg vom Strand.“
92 % der landwirtschaftlichen Flächen, die Hotels mit Lebensmitteln versorgen, befinden sich außerhalb der Ostregion – der Multiplikatoreffekt verteilt sich also landesweit.
Makroökonomischer Einfluss
Die Deviseneinnahmen aus dem Tourismus führten dazu, dass der dominikanische Peso sich in den letzten sieben Monaten um 7 % gegenüber dem US-Dollar aufwertete.
- Am 1. Januar 2026 lag der Kurs bei 62,90 Pesos pro Dollar.
- Im Juli sank er auf durchschnittlich 58,60 Pesos pro Dollar.
„Jeder Dollar aus dem Tourismus ist ein Dollar, den man nicht leihen muss“, unterstrich Mora.
Allein im Juli brachte der Tourismus rund 1,400 Millionen US-Dollar monatlich ein – etwa 45,1 Millionen pro Tag und bis zu 1,9 Millionen pro Stunde.
Zusätzlich flossen im Juli 8,729 Millionen Pesos an Steuereinnahmen aus der Branche.
Fazit
Diese Zahlen verdeutlichen die wachsende Bedeutung des Tourismus für die dominikanische Wirtschaft – eine Industrie, die bis Ende 2026 mehr als 12 Millionen Besucher anziehen will. (DomRepTotal)