
PORT-AU-PRINCE. – Eine schwere Katastrophe erschüttert Haiti: Mindestens 30 Menschen sind am Samstag in der Citadelle Henri, einer von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten Festung, ums Leben gekommen. Das historische Bauwerk, auch bekannt als Citadelle Laferrière, liegt rund 25 Kilometer südlich von Cap-Haïtien, der zweitgrößten Stadt des Landes.
Nach ersten Berichten kam es im Inneren der Festung zu einem plötzlichen Sauerstoffmangel in den unterirdischen Galerien – offenbar ausgelöst durch extreme Wetterbedingungen mit heftigen Regenfällen und starken Winden.
Der Bürgermeister von Cap-Haïtien, Patrick Almonor, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur EFE, die Zahl der Opfer könne weiter steigen, da die Rettungsarbeiten noch andauern.
Schockierende Szenen
In sozialen Netzwerken kursieren Videos, die Leichen auf dem Boden der Festung zeigen, während Verletzte in das Hauptkrankenhaus von Cap-Haïtien gebracht werden. Die Bilder verbreiten sich rasend schnell und haben landesweit Entsetzen und Trauer ausgelöst.
Symbol der haitianischen Geschichte
Die Citadelle Laferrière, auf den Höhen von Bonnet à l’Évêque im Gemeindegebiet Milot, wurde Anfang des 19. Jahrhunderts auf Befehl von König Henri Christophe, dem Gründer des Königreichs Haiti, errichtet – kurz nach der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1804.
Sie gilt als architektonisches Meisterwerk und Symbol des haitianischen Widerstands gegen koloniale Unterdrückung.
Nationale Trauer
Die Regierung hat eine Untersuchung der Ursachen angeordnet und ruft zur nationalen Trauer auf. Hilfskräfte und Militär sind weiterhin im Einsatz, um die Festung zu sichern und mögliche Überlebende zu bergen.
Die Tragödie in der Citadelle Henri trifft Haiti in einer Zeit, in der das Land bereits unter anhaltender Gewalt, politischer Instabilität und Naturkatastrophen leidet – und erinnert schmerzhaft daran, wie eng Geschichte und Gegenwart in dieser Nation miteinander verwoben sind. (DomRepTotal)