
Santo Domingo. Die Regierung von Präsident Luis Abinader verzeichnet den höchsten durchschnittlichen jährlichen Anstieg der öffentlichen Verschuldung der Dominikanischen Republik seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001. Nach Angaben der Generaldirektion für öffentliche Kredite stieg die Verschuldung des öffentlichen Sektors von 44,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 auf 67,6 Milliarden US-Dollar im August 2026.
Wie die Wirtschaftszeitung El Dinero berichtet, erhöhte sich die Staatsverschuldung unter der aktuellen Regierung durchschnittlich um 3,84 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Das entspricht einem Plus von rund 22 Prozent gegenüber der Amtszeit von Danilo Medina, dessen Regierung bis 2020 einen durchschnittlichen jährlichen Schuldenanstieg von etwa 3,14 Milliarden US-Dollar verzeichnete.
Schuldenanstieg im historischen Vergleich
Ein Vergleich der vergangenen Regierungen zeigt eine kontinuierliche Zunahme der staatlichen Verschuldung:
- Hipólito Mejía (2001–2004): durchschnittlich +835 Millionen US-Dollar pro Jahr
- Leonel Fernández (2005–2012): durchschnittlich +1,61 Milliarden US-Dollar pro Jahr
- Danilo Medina (2013–2020): durchschnittlich +3,14 Milliarden US-Dollar pro Jahr
- Luis Abinader (seit 2020): durchschnittlich +3,84 Milliarden US-Dollar pro Jahr
Bei der Berechnung wird die bis zum jeweiligen Regierungswechsel am 16. August aufgelaufene Verschuldung der scheidenden Regierung zugerechnet. Daher sind die zwischen August und Dezember 2020 aufgenommenen Verbindlichkeiten nicht Teil der Bilanz der aktuellen Amtszeit.
Schulden wachsen schneller als die Wirtschaft
Besonders bemerkenswert ist, dass die Verschuldung deutlich schneller zunahm als die Wirtschaftsleistung des Landes. Während die dominikanische Wirtschaft in den vergangenen 25 Jahren stark expandierte, stieg die Schuldenquote noch schneller an.
Der Anteil der Staatsverschuldung am Bruttoinlandsprodukt (BIP) erhöhte sich von 15,6 Prozent im Jahr 2001 auf 46,6 Prozent im August 2026. Experten sehen darin einen Hinweis auf die zunehmende Finanzierung staatlicher Investitionen und Haushaltsdefizite über neue Kredite. (DomRepTotal)