Dominikanische Republik: Kanadische GoldQuest zieht Ausrüstung aus Romero-Projekt in San Juan ab

Santo Domingo,– Die kanadische Bergbaugesellschaft GoldQuest hat den Abzug ihrer Geräte aus dem Projekt Romero in der Provinz San Juan bekanntgegeben. Zuvor hatte Präsident Luis Abinader angeordnet, „jede Aktivität“ im Zusammenhang mit der Initiative zu stoppen, nachdem Hunderte Menschen, Umweltgruppen und die Kirche gegen eine mögliche Minenausbeutung in der Region protestiert hatten.

In einer Mitteilung erklärte das Unternehmen, die Entscheidung sei getroffen worden, um die Ruhe der Gemeinden, die Sicherheit der Menschen und den Respekt vor dem Territorium zu gewährleisten. Die Geräte seien bislang nur für technische und Umweltstudien im Rahmen der laufenden Umweltverträglichkeitsprüfung eingesetzt worden.

Abinader betonte, dass laut dem Umweltgesetz 64-00 ein Projekt dieser Kategorie nicht weitergeführt werden könne, wenn die Bevölkerung es massiv ablehne. Er stellte klar, dass die Konzessionen bereits 2005 und 2010 vergeben und später erneuert worden seien, jedoch unter seiner Regierung lediglich eine Evaluierungsphase stattgefunden habe – eine Genehmigung zur Ausbeutung liege nicht vor.

GoldQuest hatte erklärt, dass eine mögliche Förderung von Gold, Silber und Zink ausschließlich mit unterirdischen Methoden erfolgen sollte, im Gegensatz zur Tagebau-Mine Pueblo Viejo in Sánchez Ramírez, die von Barrick Gold betrieben wird und zu den größten der Welt zählt.

Die Entscheidung von Präsident Luis Abinader, das Romero‑Projekt nach massivem Bürgerprotest zu stoppen, zeigt, dass gesellschaftlicher Widerstand Wirkung entfalten kann. Es ist ein wichtiges Signal: Wenn die Bevölkerung ihre Stimme erhebt, wird sie gehört – und Umweltinteressen können über kurzfristige wirtschaftliche Gewinne gestellt werden.

Gerade im Kontext der Dominikanischen Republik ist dieser Schritt bemerkenswert. Die Menschen haben deutlich gemacht, dass sie ihre natürlichen Ressourcen und Lebensräume schützen wollen, und die Regierung hat darauf reagiert.

Wünschenswert wäre, dass dieser Präzedenzfall auch bei bestehenden Großprojekten wie der Goldmine Pueblo Viejo greift. Dort wird nach wie vor mit Zyanid gearbeitet – einem hochgiftigen Verfahren, das zwar international noch in einigen Ländern üblich ist, aber enorme Risiken für Umwelt und Gesundheit birgt. Ein Umstieg auf sicherere Technologien oder strengere Auflagen könnte zeigen, dass wirtschaftliche Entwicklung und Umweltschutz nicht im Widerspruch stehen müssen.

👉 Der Erfolg des Romero‑Protests beweist: Bürgerbeteiligung kann den Kurs der Politik verändern. Nun gilt es, diesen Impuls zu nutzen, um auch bei laufenden Projekten wie Pueblo Viejo den Einsatz gefährlicher Chemikalien zu hinterfragen und nachhaltigere Lösungen durchzusetzen. (DRT)

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