
Santiago, 6. Mai 2026 – In den Bergregionen der Cordillera Septentrional werden jedes Jahr tausende Quintales Kürbis (Ahuyama), große Mengen Bananenstauden und Säcke voller Bohnen geerntet und in die städtischen Märkte von Santiago gebracht. Diese landwirtschaftliche Produktion sichert das Einkommen von über tausend Familien in Gemeinden wie Ranchito, Guasumita, Piche, La Manacla und Los Pomos.
Doch die geplante Ausweitung des Bergbaus in diesen Gebieten gefährdet die Existenzgrundlage der Menschen und die ökologischen Ressourcen der Region. Ein zerstörter Boden bedeutet nicht nur den Verlust von Ernten, sondern auch die dauerhafte Schädigung der Umwelt.
„Wir können hier keine Ausbeutung zulassen – stellen Sie sich vor, wie viele Familien vertrieben würden“, betonte ein Gemeindesprecher aus Ranchito.
Die Bewohner berichten, dass Händler regelmäßig mit Pick-ups und Lastwagen in die Berge fahren, um Bohnen in großen Mengen direkt einzukaufen. In jüngster Zeit sind auch Zitronen für den Export hinzugekommen. All diese Produkte würden durch Bergbauaktivitäten massiv beeinträchtigt.
Widerstand gegen Bergbau
Als Reaktion auf die Bedrohung haben Priester und Gemeindeverbände wie Unidos Somos Más erneut zu einer Protestmarsch aufgerufen. Am Sonntag, den 24. Mai, soll die Bevölkerung aus allen 14 Provinzen des Cibao zusammenkommen. Der Marsch startet um 14 Uhr am Monumento a los Héroes de la Restauración und führt durch zentrale Straßen von Santiago.
👉 Kernbotschaft: Die geplante Bergbauausbeutung gefährdet nicht nur die lokale Landwirtschaft, sondern auch die ökologischen Grundlagen der Region. Die Gemeinden fordern, dass die Natur Vorrang vor kurzfristigen Profiten erhält.
Anmerkung der Redaktion:
Zyankali im Bergbau – ein Anachronismus mit fatalen Folgen
Dass in der Dominikanischen Republik Bergbauprojekte noch immer den Einsatz von Zyankali erlauben, ist ein alarmierendes Signal. Während viele Länder diese hochgiftige Chemikalie längst verboten haben, bleibt sie hier ein Bestandteil der Gold- und Silbergewinnung – mit gravierenden Folgen für Natur, Wasser und Menschen.
Das Beispiel Pueblo Viejo in Maimón, Provinz Monseñor Nouel, zeigt die Realität: Die dortige Mine hat nicht nur Landschaften zerstört, sondern auch Böden und Gewässer belastet. Rückstände von Schwermetallen und Chemikalien gefährden die Landwirtschaft und die Gesundheit der Bevölkerung. Zyankali, das in der Aufbereitung eingesetzt wird, kann bereits in kleinsten Mengen tödlich wirken – und gelangt über Abwässer und Rückstände in die Umwelt.
Die Argumentation der Betreiber, man habe die Prozesse „unter Kontrolle“, wirkt angesichts der Erfahrungen vor Ort zynisch. Denn die Schäden sind sichtbar: kontaminierte Flüsse, veränderte Böden, eine Region, deren landwirtschaftliche Produktivität und Lebensqualität massiv gelitten haben.
Es ist ein Widerspruch, wenn die Regierung einerseits Nachhaltigkeit und Tourismus als Zukunftsmodell propagiert, andererseits aber den Einsatz von Chemikalien zulässt, die weltweit als Umweltgifte gelten. Ein Land, das seine Küsten, Wälder und Korallenriffe schützen will, darf nicht gleichzeitig seine Berge mit Giftlaugen belasten.
Die Forderung ist klar: Ein sofortiges Verbot von Zyankali im Bergbau und eine konsequente Umstellung auf sichere, moderne Verfahren. Nur so kann verhindert werden, dass weitere Regionen das Schicksal von Pueblo Viejo teilen – und dass kurzfristige Profite langfristig die Lebensgrundlagen zerstören. (domreptotal.com)