
(Foto: DiarioLibre)
SANTO DOMINGO – Die dominikanische Regierung hat rechtliche Unterstützung in Russland beauftragt, um die Situation mehrerer dominikanischer Staatsbürger zu prüfen, die nach vorliegenden Berichten in Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine verwickelt sein sollen.
Wie das Außenministerium (Mirex) mitteilte, soll die juristische Beratung die rechtliche Lage der betroffenen Dominikaner nach russischem Recht analysieren und mögliche Wege aufzeigen, wie ihnen konsularische und rechtliche Hilfe geleistet werden kann.
Regierung entsendet Delegation nach Moskau
Im Rahmen der laufenden Bemühungen wird bereits an diesem Mittwoch eine hochrangige Delegation nach Moskau reisen.
Die Kommission wird vom stellvertretenden Minister für Konsular- und Migrationsangelegenheiten, Opinio Díaz Vargas, geleitet. Begleitet wird er vom Direktor für den Schutz dominikanischer Staatsbürger im Ausland, Miguel Reyes Taveras.
Ziel der Reise ist es, die bekannten Fälle direkt vor Ort weiterzuverfolgen und den betroffenen Staatsangehörigen Unterstützung und Schutz anzubieten.
Gespräche mit russischen Behörden geplant
Laut Mirex sind Treffen mit Vertretern des russischen Außenministeriums vorgesehen. Dabei sollen aktuelle Informationen über die Situation der Dominikaner in Russland eingeholt und Möglichkeiten einer verstärkten Zusammenarbeit ausgelotet werden.
Die Delegation wird dabei eng mit der dominikanischen Botschaft in Moskau zusammenarbeiten. Angeführt wird diese vom dominikanischen Botschafter Alejandro Arias Zarzuela.
Familien fordern Antworten
Die diplomatische Initiative erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen von Angehörigen. In den vergangenen Tagen hatten mehrere Familien öffentlich gefordert, dass die Regierung die Situation dominikanischer Staatsbürger in Russland aufklärt und sich verstärkt für deren Rückkehr beziehungsweise rechtliche Unterstützung einsetzt.
Schutz von Dominikanern hat Priorität
Das Außenministerium betonte erneut, dass der Schutz dominikanischer Staatsbürger im Ausland zu den Prioritäten der Regierung gehöre. Die diplomatischen, konsularischen und rechtlichen Bemühungen würden fortgesetzt, um betroffene Landsleute im Rahmen der jeweils bestehenden Möglichkeiten zu unterstützen.
Derzeit liegen jedoch noch keine offiziellen Angaben darüber vor, wie viele Dominikaner konkret betroffen sind oder in welchem rechtlichen Status sich die einzelnen Personen befinden.
Kommentar
Der Fall sorgt in der Dominikanischen Republik für zunehmende Aufmerksamkeit, weil bislang viele Fragen offenbleiben. Während Angehörige Klarheit über das Schicksal ihrer Familienmitglieder verlangen, steht die Regierung vor der schwierigen Aufgabe, zwischen humanitärer Verantwortung, konsularischem Schutz und den komplexen rechtlichen Rahmenbedingungen in Russland zu vermitteln. Die Entsendung einer Delegation nach Moskau zeigt, dass das Thema mittlerweile die höchste diplomatische Ebene erreicht hat. Entscheidend wird nun sein, ob die Gespräche konkrete Informationen über die Betroffenen und mögliche Lösungen für ihre Situation liefern können.