
SANTO DOMINGO – Das dominikanische Arbeitsministerium hat im Rahmen einer groß angelegten Kontrollaktion 24 Handelsbetriebe chinesischer Investoren vorübergehend geschlossen. Grund dafür waren laut Behörden akute Gefahren für die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten.
Arbeitsminister Eddy Olivares erklärte, dass insgesamt 101 Unternehmen im Nationaldistrikt, der Provinz Santo Domingo, San Pedro de Macorís und Higüey überprüft wurden. Dabei stellten die Inspektoren 1.016 Verstöße gegen das Arbeitsrecht fest.
Mitarbeiter vor Ablauf von drei Monaten entlassen
Besonders auffällig war laut Ministerium die Praxis vieler Unternehmen, Arbeitsverhältnisse kurz vor Ablauf der ersten drei Beschäftigungsmonate zu beenden.
Nach Angaben der Behörden geschah dies in 91 der 101 kontrollierten Betriebe. Arbeitnehmern würden dadurch wichtige arbeitsrechtliche Ansprüche wie Urlaubsansprüche, Abfindungen und weitere Sozialleistungen vorenthalten.
Darüber hinaus wurden weitere Verstöße festgestellt:
✅ 53 Unternehmen gewährten den gesetzlich vorgeschriebenen wöchentlichen Ruhetag nicht.
✅ 52 Betriebe kamen ihren Verpflichtungen bei Bonuszahlungen nicht nach.
✅ 37 Unternehmen bezahlten keine Überstunden.
✅ 33 Betriebe verstießen gegen Vorschriften zur Beschäftigung nationaler Arbeitskräfte.
Gefährliche Arbeitsbedingungen führten zu Schließungen
In 53 Geschäften wurden Verstöße gegen Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzvorschriften festgestellt.
Bei 24 Unternehmen stuften die Inspektoren die Situation als unmittelbare Gefahr für die Beschäftigten ein. Die Behörden ordneten daraufhin die sofortige Einstellung der Geschäftstätigkeit gemäß der Resolution 04/2007 an.
Hauptstadtregion besonders betroffen
Die meisten Kontrollen fanden im Distrito Nacional statt, insbesondere entlang der Avenida Duarte sowie in den Stadtteilen Villa Consuelo, Villa Francisca und Mejoramiento Social.
Dort wurden:
- 54 Betriebe kontrolliert,
- 546 Protokolle erstellt,
- 13 Betriebsschließungen angeordnet.
In Santo Domingo Ost, West und Nord wurden 34 Unternehmen überprüft. Dabei registrierten die Behörden 302 Verstöße und verhängten drei Betriebsschließungen.
In San Pedro de Macorís und Higüey kontrollierten die Inspektoren 13 Geschäfte, dokumentierten 168 Verstöße und ordneten acht Schließungen an.
Von den insgesamt 1.016 Protokollen entfielen 974 auf Verwarnungen und 42 auf formelle Verstöße.
Weitere Kontrollen angekündigt
Arbeitsminister Eddy Olivares kündigte an, die Kontrollen fortzusetzen. Ziel sei es, die Einhaltung des dominikanischen Arbeitsgesetzes sicherzustellen und die Rechte der Arbeitnehmer zu schützen, unabhängig von der Nationalität der Eigentümer.
Kommentar
Der Fall zeigt erneut, dass nicht nur die Einhaltung von Sicherheitsstandards, sondern auch die korrekte Behandlung von Arbeitnehmern verstärkt in den Fokus der Behörden rückt. Besonders die häufige Entlassung kurz vor Ablauf der Dreimonatsfrist wirft Fragen zur Umgehung arbeitsrechtlicher Verpflichtungen auf. Die angekündigten Kontrollen dürften daher auch in anderen Wirtschaftsbereichen aufmerksam verfolgt werden. (DomRepTotal)