Reform des Arbeitsgesetzes bedroht Arbeitnehmerrechte in der Dominikanischen Republik

Santo Domingo, – Die Konföderation der Gewerkschaft Unión Clasista de Trabajadores (UCT) der Dominikanischen Republik hat heute scharf kritisiert, dass die Regierung ein Projekt zur Änderung des Arbeitsgesetzes erneut eingebracht hat. Nach Ansicht der Gewerkschaft handelt es sich dabei um eine neue Offensive gegen die von den Arbeitern erkämpften Rechte.

In einer Erklärung an Latin Press betonte die UCT, dass diese Initiative weder eine Modernisierung der Arbeitsbeziehungen noch eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Beschäftigten darstelle. Vielmehr folge sie einer Logik, die die Last der wirtschaftlichen Krise auf die Schultern der Arbeitnehmer abwälze und jahrzehntelang erkämpfte Garantien der Arbeiterschaft schwäche.

Die Gewerkschaft machte die Regierung von Luis Abinader verantwortlich, eine Debatte wieder zu eröffnen, die bereits geführt worden war und die die Abfindungsregelungen bewahrte. Ebenso kritisierte sie Kongressabgeordnete, die eine beschleunigte Verabschiedung der Initiative vorantreiben, ohne die drohenden Rückschritte bei den Arbeitsrechten zu berücksichtigen.

„Das Nationalkongress darf nicht zum Instrument werden, mit dem neue Formen der Prekarisierung der Arbeit legalisiert werden. Vielmehr muss er Garant der Rechte jener Klasse sein, die den Reichtum des Landes schafft“, heißt es in der Erklärung, die von Generalsekretär Juan Núñez und Propagandasekretär José Encarnación unterzeichnet wurde.

Besonders besorgniserregend sei die geplante Änderung von Artikel 86 des Arbeitsgesetzes, der die rechtzeitige Zahlung von Arbeitsleistungen sowie die rechtlichen Konsequenzen für Arbeitgeber bei Nichterfüllung regelt. Eine Abschwächung dieser Bestimmung bedeute, Schutzmechanismen gegen missbräuchliche Praktiken zu reduzieren, die historisch Tausende von Beschäftigten betroffen hätten.

Die UCT unterstrich, dass die eigentliche Debatte weit über einen einzelnen Artikel hinausgehe. „Zur Diskussion steht das Modell der Arbeitsbeziehungen, das die Dominikanische Republik in den kommenden Jahren haben wird“, erklärte die Gewerkschaft. (LP/DRT)

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