
Punta Cana, Macao.- Die Eröffnung der ersten 1.000 Zimmer des neuen Moon Palace The Grand Punta Cana mit seinen 18 Stockwerken markiert einen Bruch mit dem bisherigen touristischen Modell der Dominikanischen Republik. Jahrzehntelang galt in Bávaro und Punta Cana das Prinzip: Hotels sollten sich harmonisch in die Natur einfügen, nicht höher als die Palmen gebaut sein.
Mit einer Gesamtprojektion von über 2.100 Zimmern und einer Investition von mehr als 1,5 Milliarden US‑Dollar setzt die Hotelgruppe von José Chapur nun auf eine vertikale Megaarchitektur von rund 77 Metern Höhe – das erste Hochhaus‑Hotel des Landes.
Das Resort bietet neun Pools, einen Wasserpark, Casino, Spa, Konferenzzentrum, Sportanlagen und einen 18‑Loch‑Golfplatz. Kulinarisch werden über 20 Restaurants und Bars angekündigt.
Doch die beiden gigantischen Türme in Y‑Form, die den Strand von Macao überragen, sind mehr als nur ein Bauprojekt: Sie symbolisieren den Paradigmenwechsel. Statt karibischer Leichtigkeit und naturnaher Bauweise prägen künftig Betonburgen das Küstenbild – ein Schritt in Richtung Cancúnisierung der Dominikanischen Republik.
📌 Kritischer Kommentar
Mit diesem Bau verabschiedet sich Punta Cana von seinem ursprünglichen Charme. Wo früher Palmen und flache Resorts das Bild bestimmten, ragen nun Betonriesen in den Himmel. Das Projekt mag wirtschaftlich glänzen, doch ökologisch und kulturell bedeutet es eine Entfremdung von der Karibik‑Identität.
Die Küste wird zur Kulisse für Massentourismus, die Natur zur Nebensache. Wer die Entwicklung von Cancún kennt, erkennt die Gefahr: Überbauung, Verlust von Authentizität, Belastung der Umwelt.
Die Türme von Chapur sind nicht nur ein Hotel – sie sind ein Symbol für den Abschied von Nachhaltigkeit und den Beginn einer neuen Ära, in der Profit über Landschaft und Kultur gestellt wird. (DomRepTotal)