
Santo Domingo.- Der größte Stausee der Dominikanischen Republik, Hatillo, ist seit Dezember 2025 von einem unnatürlichen Grün überzogen. Das Umweltministerium untersucht seither die Algenblüte – doch bis heute, Mitte Mai 2026, liegt weder ein Abschlussbericht noch ein Sanierungsplan vor.
Unabhängige Analysen bestätigen längst, was die Fischer von Cotuí täglich sehen: Schwermetalle, fäkale Bakterien und giftige Cyanobakterien belasten das Wasser, das 16 Aquädukte im Bajo Yuna versorgt.
⚗️ Was bisher bekannt ist
- UASD‑Labor und Franja‑Institut fanden Nickel, Chrom und Mangan bis zu 15‑fach über Grenzwert, dazu E. coli und Mikrocystine.
- Die Akademie der Wissenschaften nennt vier Ursachen: Düngemittel und organische Abfälle aus der Landwirtschaft, Trockenheit, sowie Einleitungen aus Bergbaugebieten.
- Barrick Pueblo Viejo, Falcondo und Cerro Maimón werden von Gemeinden direkt beschuldigt.
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🏭 Umweltverschmutzung mit Ansage
Barrick beteuert, das Wasser vor der Einleitung zu behandeln und internationale Standards einzuhalten. Doch die Bevölkerung glaubt ihr nicht.
Pfarrer Rogelio Cruz berichtet, dass Barrick inzwischen Trinkwasser per Tankwagen liefert – weil die Flüsse rund um Las Lagunas und La Cueva verschwunden oder vergiftet sind.
Die Akademie verweist auf Rückleitungen von Prozesswasser aus der Gold‑ und Silbergewinnung. Schon 2015 warnte sie vor metallbelasteten Abflüssen über den Arroyo Margajita.
💧 Ein ökologischer Skandal
Hatillo liegt im Nationalpark Aniana Vargas und ist Teil des Nationalen Schutzgebietssystems.
Das Gesetz 64‑00 verpflichtet das Umweltministerium, die Wasserressourcen zu schützen und zu überwachen.
Doch mit hoher Chlorophyllkonzentration, Schwermetallen und Cyanobakterien wird dieser Auftrag offenkundig verletzt.
🕰️ Sechs Monate Untätigkeit
Seit Dezember 2025 wartet das Land auf Ergebnisse.
Die Ministeriumsleitung spricht von „strenger Nachverfolgung“, doch die Gemeinden antworten: Nachverfolgung ist keine Lösung.
Das Wasser, das sie trinken und mit dem sie Reis anbauen, wartet nicht auf Bürokratie.
Die ökologische Krise von Hatillo ist kein Naturphänomen, sondern das Resultat von unterlassener Kontrolle und industrieller Rücksichtslosigkeit.
Während Bergbaukonzerne ihre PR‑Erklärungen wiederholen und das Ministerium auf Analysen „wartet“, bleibt das Wasser grün – und die Verantwortung grau.