
Baní, Provinz Peravia – Den dominikanischen Behörden ist ein weiterer Schlag gegen den internationalen Drogenhandel gelungen. Die Nationale Drogenbekämpfungsbehörde (DNCD) beschlagnahmte bei einer gemeinsamen Operation vor der Küste von Baní insgesamt 555 Pakete mutmaßlichen Kokains. Drei dominikanische Staatsbürger wurden festgenommen.
Nach Angaben der DNCD erfolgte der Einsatz gemeinsam mit der Dominikanischen Marine, der Luftwaffe sowie der Staatsanwaltschaft. Unterstützt wurden die Behörden zudem von internationalen Partnerorganisationen. Auslöser der Operation waren Geheimdienstinformationen über ein verdächtiges Schnellboot, das mit hoher Geschwindigkeit auf dominikanische Gewässer zusteuerte.
Verfolgungsjagd zu Wasser, aus der Luft und an Land
Die Sicherheitskräfte leiteten daraufhin eine groß angelegte Such- und Abfangaktion ein. Das verdächtige Boot konnte schließlich mehrere Seemeilen südlich von Punta Salinas bei Baní gestoppt werden.
Bei der Durchsuchung entdeckten Ermittler ein verstecktes Fach unter den Sitzen des Bootes. Dort befanden sich die 555 Pakete, die mit Klebeband umwickelt und mit verschiedenen Kennzeichnungen versehen waren. Die Behörden gehen derzeit davon aus, dass es sich um Kokain handelt.
Schmuggler nutzten speziell umgebautes Boot
Nach ersten Ermittlungen hatten die Täter die Innenstruktur des rund 27 Fuß langen Schnellbootes gezielt verändert, um einen geheimen Stauraum für die Drogen zu schaffen und Kontrollen zu erschweren.
Neben den Paketen wurden außerdem ein Mobiltelefon, fünf Treibstoffkanister sowie weitere Beweismittel sichergestellt. Das Boot war mit zwei Außenbordmotoren mit 60 beziehungsweise 75 PS ausgestattet.
Ermittlungen gegen internationales Netzwerk laufen
Die DNCD erklärte, dass es sich bereits um die zweite große Drogenbeschlagnahmung innerhalb weniger Stunden in der südlichen Region des Landes handelt. Insgesamt wurden nach Behördenangaben im laufenden Jahr bereits mehr als 34 Tonnen illegaler Substanzen beschlagnahmt.
Staatsanwaltschaft und DNCD ermitteln nun weiter, um mögliche Hintermänner und weitere Mitglieder eines mutmaßlichen internationalen Drogenschmuggelnetzwerks zu identifizieren.
Die drei Festgenommenen befinden sich weiterhin in Gewahrsam und sollen in den kommenden Tagen einem Richter vorgeführt werden.
Forensische Analyse folgt
Die sichergestellten 555 Pakete wurden unter strengen Sicherheitsvorkehrungen an das Nationale Institut für Forensische Wissenschaften (INACIF) übergeben. Dort werden nun die genaue Art der Substanz sowie das exakte Gesamtgewicht des Schmuggelguts bestimmt.
Hintergrund
Die Dominikanische Republik gilt aufgrund ihrer geografischen Lage zwischen Südamerika, der Karibik und Nordamerika weiterhin als wichtiger Transitpunkt für internationale Drogenschmuggelrouten. Entsprechend intensivieren die Sicherheitsbehörden ihre Kontrollen auf See zunehmend. (DRT)
