Dominikanische Republik: „Wir führen rund 400.000 Umfragen durch, um die Touristen besser zu verstehen”

Santo Domingo.- Der Tourismus in der Dominikanischen Republik wächst weiter und bleibt ein wichtiger Motor für die Wirtschaft, erklärte Jacqueline Mora, stellvertretende Ministerin für Tourismus, als sie die Messmethode und die jüngsten Änderungen bei der Datenerhebung erläuterte.

Das Ministerium für Tourismus (Mitur) und die Zentralbank der Dominikanischen Republik (BCRD) arbeiten seit 2021 zusammen, um täglich Daten mit einer höheren Granularität zu erheben, wobei detaillierte Umfragen einbezogen werden, die Aufschluss über das Profil und das Verhalten der Besucher geben.

„Heute messen wir den Tourismus täglich, jeden Tag. Wir führen etwa 400.000 Umfragen durch, um die Touristen besser zu verstehen“, sagte Mora und wies darauf hin, dass diese Granularität die früheren Messungen der Zentralbank übertrifft.

Die Vizeministerin stellte klar, dass es keine Diskrepanz zwischen den Zahlen des Ministeriums und denen der Zentralbank gibt, sondern nur Unterschiede in der Darstellung: Das Ministerium schlüsselt die nicht ansässigen Dominikaner nach Ländern auf, während die Zentralbank sie zusammenfasst.

Sie erklärte den Unterschied zwischen internationalem und lokalem Tourismus und betonte, dass Reisen von Dominikanern innerhalb des Landes eine Umverteilung des Einkommens auf inländische Reiseziele darstellen.

In Bezug auf Kreuzfahrtpassagiere erklärte die Beamtin, dass die meisten das Schiff verlassen: Laut den ihnen vorliegenden Aufzeichnungen steigen zwischen 84 % und 93 % der Passagiere in dominikanischen Häfen aus, und an Orten wie Pedernales „steigen fast alle aus”.

Sie wies darauf hin, dass die Einwanderungsbehörde diejenigen zählt, die im Land übernachten – etwa 3 % –, während die Zählungen der Schiffe einen höheren Prozentsatz an Passagieren zeigen, die das Reiseziel besuchen, ohne zu übernachten.

Veränderung des Touristenprofils und Entwicklung von Reisezielen
Mora betonte, dass der heutige Tourist mit anderen Mustern reist als noch vor Jahrzehnten: Er kombiniert Hotelaufenthalte mit Besuchen anderer Orte. Außerdem verlangen sie neben All-inclusive-Angeboten auch Erlebnisse, was zu höheren Einnahmen für die Gemeinden führt.

Das Entstehen und die Stärkung von Reisezielen außerhalb von Hotels fördert touristische Infrastrukturprojekte, die vom Tourismusinformationssystem des Ministeriums durchgeführt werden. Sie fügte hinzu, dass in den letzten drei Jahren rund 72 Projekte fertiggestellt wurden, darunter Zugänge zu Stränden, Renovierungen und Parks.

Die Vizeministerin wies darauf hin, dass die Strategie eine Segmentierung der internationalen Werbung vorsieht: unterschiedliche Botschaften für Zielgruppen wie Franzosen oder US-Amerikaner, entsprechend ihren Vorlieben und Verhaltensweisen.

Was das Wachstum angeht, so gab sie an, dass der Trend vor der Pandemie bei durchschnittlich 4,3 % bis 4,7 % pro Jahr lag. Nach der Erholung betrug das durchschnittliche Wachstum zwischen 2022 und 2025 7,3 %, ohne dass Jahre mit negativem Wachstum zu verzeichnen waren.

Mora räumte externe Herausforderungen ein – wie Wirtschaftskrisen, Konflikte und klimatische Ereignisse –, betonte jedoch die Diversifizierung der Märkte. Auch die Verbesserung der Flugverbindungen sei eine Antwort, um die Nachfrage aufrechtzuerhalten.

Zum Beitrag des Tourismus zu ausländischen Investitionen erklärte er, dass diese Investitionen die Reinvestition von Gewinnen, neue Investitionen und ausländische Kredite umfassen. Ebenso tragen die Geldströme dazu bei, dass ein erheblicher Teil der Einnahmen im Land verbleibt.

Abschließend wies Mora darauf hin, dass die detaillierte Messung und das tägliche Management des Reiseziels präzisere Entscheidungen in der Politik ermöglichen. Außerdem könne so die Verteilung der Gewinne aus dem Tourismus in der Dominikanischen Republik verbessert werden. (arecoa)

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